Diagnose und Therapie bei Makuladegeneration

Erste Untersuchungsschritte

Die Früherkennungsuntersuchung erfolgt bei Hilger Augenoptik schon in jungen Jahren bei jeder Augenglasbestimmung und hat nicht nur zum Ziel, die Sehschärfe zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. Eventuelle Augenbeschwerden oder Sehstörungen werden auch richtig eingeordnet. Vor allem sollen bislang unentdeckte Augenerkrankungen – wie die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) – erkannt und ihre Behandlung eingeleitet werden, um so das Augenlicht bestmöglich zu erhalten oder zu verbessern.

Bei der Erstuntersuchung erfassen wir Ihre Krankengeschichte (Anamnese), soweit sie für die Augen wichtig ist. Klagt der Patient über Verzerrtsehen (Metamorphopsie), wird der Amsler-Gitterlinien-Test (siehe Bild oben und Kapitel „Früherkennung“) durchgeführt.
Auge im Fokus

Vordere und mittlere Augenabschnitte

Untersuchung mit der Spaltlampe: Hierbei untersuchen wir die vorderen und mittleren Augenabschnitte des Patienten, also seine Augenlider, Bindehaut, Lederhaut, Hornhaut, Iris und Augenlinse: Alle diese Strukturen kann er wie durch ein Mikroskop vergrößert, also sehr genau, betrachten. Das Gerät – es befindet sich zwischen Augenoptiker und Patient – entspricht einem Tischmikroskop, das mit einer starken Lichtquelle ausgestattet ist. Das Licht wird zu einem feinen Strahl gebündelt.

Netzhaut am Augenhintergrund



Nun zu den Untersuchungen, die uns bei Hilger Augenoptik und Zentrum für alternative Augenheilkunde ein genaues Bild von der Netzhaut liefern und damit im Hinblick auf eine mögliche Makuladegeneration von großer Bedeutung sind:

Spiegelung des Augenhintergrunds:
Schon vor einer Seheinschränkung können Veränderungen in der Netzhaut einschließlich Makula und Sehnervenkopf durch die Spiegelung des Augenhintergrunds (zum Beispiel mit der Zeiss Visucam) ganz ohne Pupillenerweiterung erkannt werden.

Fluoresceinangiografie:
In der Augenklinik oder beim Augenarzt wird ein Farbstoff (Fluorescein) wird in eine Armvene in der Ellenbeuge gespritzt. Der Farbstoff gelangt innerhalb von etwa 20 Sekunden in die Gefäße am Augenhintergrund. Unter blauem Licht leuchtet der Farbstoff. Gerade auch undichte oder krankhaft neu gebildete Blutgefäße lassen sich so erkennen. Die Füllung der Gefäße mit Farbstoff wird mit einer Kamera fotografiert, ebenso die Netzhaut. Die Pupille muss hierzu mit Augentropfen erweitert werden (dadurch kann das Sehen bis zu zwölf Stunden lang beeinträchtigt sein). Die Untersuchung dauert etwa 20 Minuten. Vorher befragt der Arzt den Patienten zu möglichen Allergien, unter anderem auf Jod.



Indozyaningrünangiografie:
Diese Form der Gefäßdarstellung kommt seltener als die zuvor genannte Fluoresceinangiografie zum Tragen. Verwendet wird dabei ein spezieller Farbstoff, der krankhafte Gefäßneubildungen noch besser sichtbar macht.

Optische Kohärenz-Tomografie (OCT):
Mit dem OCT-Gerät lässt sich die Dicke der Netzhaut bestimmen. Bei trockener AMD kann sie dünner, bei feuchter AMD dicker als normal sein. Hierbei können wir bei Hilger Augenoptik und Zentrum für alternative Augenheilkunde die Netzhaut in einzelnen Schnittbildern betrachten und dokumentieren. Die OCT ist schmerzfrei, berührungslos und dauert nur wenige Sekunden. Die Pupillen müssen auch hier dank neuerster Zeiss Technologie nicht durch Augentropfen erweitert werden. In der Regel sitzt der Patient vor dem Gerät und fixiert einen bestimmten Leuchtpunkt, während ein ungefährlicher Lichtstrahl die nötigen Messungen vornimmt. Da die Auflösung hoch ist (bis zu ein Mikrometer, ein Mikrometer entspricht einem Tausendstel Millimeter), können unser Heilpraktiker und Augenoptikermeister auch kleinste Veränderungen wie etwa Drusen im Rahmen der AMD sehen. Zum Vergleich: Die Dicke der Netzhaut beträgt etwa 300 Mikrometer.



Ergänzende Techniken

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Bei weiteren Auffälligkeiten werden wir ergänzende Untersuchungen durchführen, etwa eine Gesichtsfeldmessung (Perimetrie), eine Fotografie der Papille und eine Retina-Tomografie (HRT), bei der speziell der Sehnervenkopf mitttels unschädlichen Laserlichtes dreidimensional vermessen wird. Weil eine dickere oder dünnere Hornhaut die Messung des Augeninnendrucks verfälschen kann, geht meist auch eine Ermittlung der Hornhautdicke (Pachymetrie) voraus.

Merkmale der trockenen Makuladegeneration

Die trockene Makuladegeneration, häufigste Form der AMD, wird in drei Stadien eingeteilt:

Frühes Stadium:
Symptome fehlen. Wir stellt mehrere kleine oder wenige mittelgroße Drusen am Augenhintergrund fest. Oder: Wir oder Ihr Augenarzt findet bei einem Patienten mehrere mittelgroße oder einzelne große Drusen und auch Pigmentveränderungen am Augenhintergrund. Der Betroffene könnte darüber klagen, dass das, was er direkt anschaut, also die Mitte des Gesichtsfeldes, seit einiger Zeit unscharf ist, sodass ihm das Lesen schwerer fällt.

Mittleres und fortgeschrittenes Stadium:
Am Augenhintergrund zeigen sich viele, auch größere Drusen. Die Pigmentschicht und die darunter liegende Gefäßschicht der Netzhaut sind stellenweise ausgedünnt. Das Zentrum des Gesichtsfeldes ist teilweise ausgefallen beziehungsweise durch einen unterschiedlich großen Fleck überlagert, der die Sicht völlig behindern kann.

Kennzeichen der feuchten Makuladegeneration

Zwei Drittel der von fortgeschrittener Makuladegeneration Betroffenen haben die feuchte Form. Sie wird nicht in weitere Stadien eingeteilt, obwohl immer wieder auch hier von frühen Stadien gesprochen wird, in denen bestimmte Therapieverfahren noch sinnvoll eingesetzt werden können (siehe Kapitel „Therapie“). Letztlich muss die feuchte Makuladegeneration aber immer als fortgeschritten eingestuft werden – einfach deshalb, weil sich der Schaden sehr schnell entwickelt. Bei der augenärztlichen Untersuchung zeigen sich im Makulabereich neu gebildete Gefäße, Blutungen, eine abgehobene (verdickte) oder eingerissene Pigment- oder Sinneszellschicht. Schließlich können auch Narben entstanden sein.

Therapie bei Makuladegeneration

Trockene Makuladegneration
Bei der trockenen AMD geht uns vor allem darum, die normalen Funktionen des Retinalen Pigmentepithels wieder herzustellen und zu stabilisieren und die eventuell bereits entstandenen Drusen zu vermindern. Dies geschieht in einem speziell auf jeden Patienten zugeschnitten Behandlungs- und Medikationsplan aufgrund der bei der Erstuntersuchung ermittelten, auslösenden Faktoren. Die Biomolekulare hi-med Therapie nutzt natürlichen regulatorisch und metabolisch wirkende organischen Substanzen und Enzyme sowie die Kombination aus Akupunktur, Oxyvenierung und verschiedener physikalischer Behandlungen, um die bei einer Krankheit aus dem Gleichgewicht geratenen Prozesse wieder zu normalisieren. Damit ist eine kausale Behandlung des Patienten möglich. Die erkrankten Zellstrukturen sollen durch diese biologische Vitalisierung regeneriert werden. Für die effektivste Therapielösung. Beeinflussbare Risikofaktoren auszuschalten und gesund zu leben runden Ihren Therapieplan ab. Dazu gehört zum einen, sich regelmäßig zu bewegen. Das aktiviert nicht nur den Kreislauf, sondern hilft auch, den Blutdruck, die Blutfettwerte und das Gewicht möglichst im Normalbereich zu halten.

Zum anderen geht es um eine gesunde Ernährung. Dabei soll vitaminreiche Frischkost im Vordergrund stehen (siehe auch Kapitel „Tipps für gesunde Augen“). Präparate mit Vitamin C (500 mg), Vitamin E (400 IU; IU = Internationale Einheiten), Zinkoxid (80 mg), Kupferoxid (2 mg) und Beta-Carotin (15 mg) können einer Studie zufolge (AREDS) eventuell dazu beitragen, das Risiko für eine AMD zu senken. Die hohen Dosierungen sind über die Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel nicht zu erzielen.

Die „AREDS-Kombination“ kann für Patienten infrage kommen, die ein besonders hohes Risiko für das Fortschreiten einer trockenen Makuladegeneration haben. Zum Beispiel dann, wenn jemand bereits an beiden Augen an mittelschwerer trockener AMD erkrankt ist oder wenn er eine fortgeschrittene trockene oder feuchte AMD eines Auges hat. Regelmäßige Überprüfung des zentralen Sehens mit dem Amsler-Gitter-Test (siehe Kapitel „Früherkennung“) und Kontrollen beim Augenarzt können zu erkennen geben, ob Gefahr des Fortschreitens besteht und eine Therapie notwendig erscheint. Ihr Augenarzt wird Sie dazu und zu geeigenten Präparaten beraten.

Raucher und Ex-Raucher sollen allerdings Präparate mit Beta-Carotin nicht einnehmen, da es das Risiko für Lungenkrebs bei ihnen erhöhen kann. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt Nichtrauchern im Übrigen, eine Supplementierung mit Beta-Carotin auf 2 Milligramm täglich zu begrenzen. Bei Rauchern kann Beta-Carotin zum Beispiel gegen Lutein ausgetauscht werden. Ohnehin ist Rauchen bei AMD eigentlich tabu, insbesondere natürlich dann, wenn das Risiko für eine altersbedingte Makuladegeneration in der Familie erhöht ist.

In einer Folgestudie (AREDS 2) wird zur Zeit geprüft, ob Omega-3-Fettsäuren in Kombination mit Lutein / Zeaxanthin zusätzlich zur Einnahme der zuvor genannten  „AREDS-Kombination“ (jedoch ohne Beta-Carotin und mit weniger Zink) die Entwicklung einer fortgeschrittenen AMD günstig beeinflussen können.
Feuchte Makuladegeneration
Spezielle Behandlungswege können, rechtzeitig angewandt, die Augenerkrankung aufhalten oder verlangsamen. Eine Heilung ist leider noch nicht möglich. An erster Stelle steht bei uns heute die Stabilisierung der dünnen, neugebildeten Blutgefäßwände in Begleitung der Hemmung der Gefäßneubildung, die sogenannte

Anti-VEGF-Therapie
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Hemmung der Gefäßneubildung: Der Botenstoff VEGF (Abkürzung für engl. vascular endothelial growth factor, auf Deutsch: Gefäßendothel-Wachstumsfaktor) lässt Blutgefäße wachsen. Bei der feuchten AMD ist der Wachstumsfaktor dafür verantwortlich, dass neue Gefäße bis zur Netzhautmitte vordringen. Durch Einrisse in diesen neuen, weniger stabilen Gefäßen entstehen Blutungen, welche die Makula schädigen. VEGF-Hemmstoffe können das Gefäßwachstum stoppen und eine Vernarbung der Gefäße herbeiführen. Die Schwellungen trocknen aus. Die Medikamente werden durch den Arzt wiederholt direkt in den Glaskörperraum gespritzt. Zunächst erfolgen meist drei Injektionen in jeweils monatlichen Abständen. Einen Monat danach beurteilt der Augenarzt anhand von monatlichen Kontrolluntersuchungen, ob die Maßnahme erfolgreich ist und die Therapie zeitweise ausgesetzt werden kann oder wiederaufgenommen werden sollte. Der Augenarzt wird entscheiden, welcher Arzneistoff sich individuell zur Behandlung am besten eignet.





Operation: Eine chirurgische Behandlung kommt zum Beispiel bei größeren Blutungen unter der Netzhaut in Betracht. Dabei wird eine Netzhaut-Glaskörperoperation (eine sogenannte pars plana Vitrektomie) durchgeführt. Zunächst entfernt der Operateur den Glaskörper. Dann schneidet er die Netzhaut in der Nähe der Blutung ein (Retinotomie) und saugt das Blut mit einem speziellen Instrument ab. Ist die Blutung nur wenige Tage alt, geht das problemlos. Ist bereits ein fester Blutpfropf entstanden, so wird dieser mitsamt der neu gebildeten Gefäße durch den Einschnitt in der Netzhaut entfernt. Dabei kann es natürlich zu neuen Blutungen kommen. Schließlich wird das Auge mit einem künstlichen Glaskörper (Silikonöl) gefüllt. Die Operation ist außerordentlich komplex und auch mit Risiken, vor allem einer möglichen Blutung während oder nach dem Eingriff, verbunden. Blutverdünnende Medikamente müssen vorher unbedingt – und in Absprache mit dem behandelnden Arzt – abgesetzt werden. Die Aussichten auf eine Verbesserung der Sehschärfe sind sehr begrenzt.

Lesehilfen: Professionell angepasste Lesehilfen, die eine deutliche Vergrößerung des Bildes auf der Netzhaut ermöglichen, können Betroffenen mit trockener oder feuchter AMD wieder zum Sehen im Nahbereich und damit zum Lesen, Schreiben oder Verrichten von Arbeiten verhelfen. Dabei macht man sich die noch intakten Bereiche um die Netzhautmitte herum und zum Rand hin – also das äußere Gesichtsfeld – zunutze. Je stärker die Vergrößerung ist, desto kleiner wird allerdings der Bildausschnitt. Daher bedarf es beim Umgang mit solchen Mitteln einer gewissen Übungsphase, Geduld und auch Geschick.

Infrage kommen verstärkte Lesebrillen, spezielle Brillen (Lupenbrillen beziehungsweise Fernrohr-Lupenbrillen), Vergrößerungslupen (auch mobile Taschenleuchtlupen mit Batterie oder Akku), Fernrohre (Monokulare zum besseren Erkennen entfernter Objekte im Innenraumbereich, zum Beispiel im Fernsehen) oder auch elektronische Hilfsmittel wie Sprachcomputer und Bildschirm-Lesegeräte. Lesegeräte sind relativ große Apparate und technisch (auch lesetechnisch!) gewöhnungsbedürftig. Ausgesprochenen „Leseratten“, die anders wirklich keine Lebensfreude mehr haben, ist damit natürlich viel geholfen.

Zu den Symptomen bei Makuladegeneration

Diagnose und Therapie bei Makuladegeneration