Ursachen für Makuladegeneration

Ablagerungen (Drusen) unter der Makula sind Kennzeichen der trockenen Form der Makuladegeneration. Bei der feuchten Form wachsen weniger stabile Blutgefäße unter der Makula

Hochempfindliche Makula

Die Makula (Makula lutea oder „gelber Fleck“) ist die Stelle des schärfsten Sehens in der Mitte der Netzhaut. Hier liegen in hoher Dichte als „Zapfen“ bezeichnete Fotorezeptoren vor. Sie vermitteln das scharfe Sehen – von Gesichtern, Gegenständen und Farben, von kontrastreichen Bildern und feinsten Details, etwa Buchstaben oder Ziffern einer Uhr.

Außerhalb der Makula überwiegen Sinneszellen vom Typ der „Stäbchen“. Die „Stäbchen“ arbeiten in der Dämmerung, nehmen Hell-Dunkel-Kontraste, Umrisse und Bewegungen wahr und helfen bei der Orientierung im Dunkeln. Da diese von der Degeneration weniger betroffen sind, bleibt selbst bei ausgeprägtem Sehverlust ein Rest von peripherer Sehleistung erhalten. Die Patienten können sich, obgleich gesetzlich blind, erstaunlich gut im Raum bewegen. Zum Beispiel bereitet Einkaufen gehen in der Regel keine Schwierigkeiten, das Bezahlen an der Kasse oder das Erkennen von Gesichtern ist jedoch ein großes Problem (vgl. Kapitel „Symptome“).

Enzymdefekte führen zu Störungen in der Netzhaut

Die Makuladegeneration geht von der Pigmentschicht der Netzhaut (retinales Pigmentepithel) aus. Dieses Gewebe ist in die fotochemischen Prozesse beim Sehvorgang eingebunden, also in die chemischen Reaktionen, die durch das Licht ausgelöst werden. Dabei fallen zahlreiche Stoffwechselprodukte an, die von der Pigmentschicht verarbeitet und entsorgt werden müssen. Offenbar bewältigt das Gewebe im höheren Alter seine Aufgaben nicht mehr richtig.
Wie sich zeigte, spielen hier Enzymreaktionen eine wichtige Rolle. Einer davon führt dazu, dass ein Funktionseiweiß fehlt, das für die Lichtrezeptoren bedeutsam ist. In der Folge kommt es in der Pigmentschicht der Netzhaut zur Ablagerung kleiner weißlich-gelber Partikel, den Drusen. Diese Drusen verhindern den Stoffwechsel der Lichtrezeptoren (Zapfen und Stäbchen) der Netzhaut. Weitere Enzyme, die bei Entzündungen und dem Transport von Proteinen und Lipiden eine Rolle spielen, sind ebenfalls von Bedeutung.

Drusen bei der trockenen Form der AMD

Bei Menschen im Alter über 60 Jahren findet der Augenarzt häufiger Drusen. Sie sammeln sich vor allem unter der Makula an. Mit der Zeit können sie zunehmen und die Ernährung der Netzhaut verschlechtern. Sie gelten als Auslöser der AMD und als Merkmal der trockenen Form. Einzelne Drusen allein verursachen meist noch keinen oder nur einen geringen Sehverlust.

Wenn sie jedoch zusammenfließen oder sehr groß werden, ist das Risiko für eine feuchte AMD deutlich erhöht. In dem Maße, wie die Pigment- und Gefäßschicht im Makulabereich zugrunde geht, sterben Sehzellen langsam ab. Die Makula wird ausgedünnt, und die AMD schreitet fort und führt zu einer geografische Atrophie, Kennzeichen einer fortgeschrittene trockene AMD.

Feuchte Form: neue, weniger stabile Gefäße

Ein bei der Krankheit aktives Eiweiß namens VEGF fördert das Wachstum von Blutgefäßen unter der Makula aufgrund der Stoffwechselprobleme der Lichtrezeptoren (Fotorezeptoren). Dagegen wirkt die Behandlung mit speziellen Medikamenten (VEGF-Blockern; siehe Kapitel „Therapie“). Die neuen Gefäße sind ein Versuch des Auges, die Situation hinsichtlich der Durchblutung der Netzhaut zu verbessern. 

Da die Gefäße jedoch weniger stabil sind, schaden sie nur. Es tritt leicht Blutflüssigkeit aus, wodurch die Makula anschwillt (Makulaödem). Dann ist das Sehen verzerrt. Sodann kann sich die Pigmentschicht der Netzhaut von der Unterlage abheben und dadurch die Sehzellen schädigen. Im Zuge dessen ist auch ein plötzlicher Sehverlust möglich. Dann tritt im zentralen Sehbereich ein Bildausfall als dunkler Fleck auf – je mehr Sinneszellen (Fotorezeptoren) geschädigt wurden, desto größer ist der Defekt.

Zu den Symptomen bei Makuladegeneration

Diagnose und Therapie bei Makuladegeneration